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| aktueller Technik-Tip CAN BUS |
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In heutigen Fahrzeugen wird hauptsächlich aus Gewichtsgründen (weniger Kabel) nahezu durchgehenden ein Datenbussystem eingesetzt um die Steuergeräte des Fahrzeugs zu verbinden.
Rein mechanisch besteht der BUS aus 2 dünnen miteinander verdrillten Leitungen.
Für diesen CAN-BUS bestehen zwar gewisse Normen, diese lassen aber genug Spielraum um einem Hersteller "sein" Bussystem so zu spezifizieren dass es keinerlei Kompatibilität zu Systemen anderer Hersteller gibt.
Selbst Hersteller-intern können Unterschiede auftreten.
So gibt es z.B. :
-unterschiedliche Übertragungsraten
-unterschiedliche Identifier-Signale
-unterschiedliche Daten-Signale
Daher kann in der Regel KEIN Gerät welches beim Hersteller A verbaut wird direkt am CAN-BUS in ein Fahrzeug eines Herstellers B eingesetzt werden.
Innerhalb der Fahrzeugpalette eines Herstellers ist es Baujahrübergreifend ebenso sehr häufig nicht möglich CAN-gebundene Geräte auszutauschen. So fehlen bei älteren Fzgen meist Signale die ein neueres Gerät benötigt oder es wurden am CAN so weitreichende Änderungen durchgeführt (z.B. Erhöhung der Übertragungsrate) dass ein Gerät den Daten-BUS überhaupt nicht lesen kann.
Da am CAN angeschlossene Navi-Geräte und Radios heute ähnliche Funktionen haben wie andere Steuergeräte lesen diese nicht nur die BUS-Signale, sonden schreiben auch Signale auf den BUS. Man bekommt unter Umständen Signale auf den Fahrzeug-BUS , mit denen andere Steuergeräte nichts anfangen können und als Fehler "deuten". Probleme mit der Fahrzeugelektronik sind dabei vorprogrammiert.
Selbst innerhalb einer Baureie ist der Tausch von Geräten nicht ganz unproblematisch. Wird auch nur ein Steuergerät im BUS-System nicht korrekt auf den neuen Teilnehmer angepasst oder ist diese Anpassung garnicht möglich, dan kommt es zu Fehlermeldungen die ein oder mehrere Systeme lahmlegen können.
Das ganze Datenbussystem ist in vielen Fahrzeugen noch häufig in Untersysteme (z.B. Motoraum-CAN, Comfort-CAN...) unterteilt wobei die Systeme über sog. Gateways kommunizieren oft ist ein BUS-Teil auch nicht ohne die entsprechenden Signale aus dem anderen BUS-Teil voll einsatzfähig. Daher ist bei Eingriffen am CAN immer äusserste Vorsicht geboten. Ein Fehler im Innenraum-CAN kann z.B. durchaus den Ausfall einer sicherheitsrelavanten Baugruppe wie ABS oder ESP bewirken. Dies geschieht schon zum Schutz der Systeme um Schäden zu vermeiden. Erkennt ein Steuergerät ein fehlerhaftes Signal kann es in den sog. Notlaufmodus schalten. Bei gehäuft auftretenden fehlerhaften Signalen ist dies eigendlich die Regel. Airbags schalten ab, das Bremssystem arbeitet ohne ABS-Unterstützung, das Fzg läuft plötzlich nur noch mit geringer Geschwindigkeit, das Getriebe schaltet nicht mehr..... Die Auswirkungen können gravierend sein und auch viel Geld kosten, von Gefahren für sich und andere mal ganz abgesehen.
Schnell hat die Werksatt mal ein Steuergerät oder Gateway für richtig viel Geld getauscht um einen Fehler wegzubekommen. Diese vermeindliche Fehlerbeseitigung wirkt dann manchmal auch kurz, nur hat man dann beim erneuten Auftreten des Problems meist die Rechnung schon bezahlt udn kann sehen wie man sein Geld zurückbekommt. Da viele Werkstätten dann auf sowas sehr allergisch reagieren wenn sich hiterher herausstellt, dass der Kunde den Fehler selbst eingebaut hat weil er am CAN rumfummeln musste werden solche Geschichten ganz flott sehr sehr ärgerlich.
Daher sollten nachträgliche Anschlüsse am Datenbus nur ausgeführt werden wenn das enstprechende Wissen und die entsprechenden Geräte dazu vorhanden sind.
Bei Plug&play-Lösungen wie sie heute im Bereich Interface angeboten werden ist zwar kaum etwas falsch zu machen, aber hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass ein Interface keinerlei Störungen auf das System bringt. Dies kann man selbst kaum kontrollieren, daher sollte man auf keinen Fall irgendwelche NoName-Interface oder Eigenbauten aus Ebay etc. verwenden. Nur Interface von namhaften Herstellern gewährleisten die entsprechende Fehlerfreiheit und haben sogar sehr häufig Freigaben der KFZ-Hersteller.
Gerade im Augenblick kommen Interface für diverse Anwenungen auf den Markt die nicht nur einfach am BUS "horchen", sondern werden IN-LINE in das Bussystem eingesetzt umd Signale zu filtern oder zu verändern, dass manche Interface sogar auf den Bus "schreiben" ist ebenfalls nicht auszuschließen.
Billig-Nachbauten die für solche Einsatzzwecke angeboten werden sollten in KEINEM FALL verbaut werden. Man gefärdet damit seine eigene Gesundheit, die Gesundheit Anderer, die Fahrzeug-Garantie und RICHTIG TEUER werden kann so etwas auch noch.
Kommt es zum Schlimmsten hat man dan meist auch noch nichtmal jemand den man "greifen" und haftbar machen kann, oder glaubt jemand, dass er von einem Privatanbieter aus Litauen oder Polen Schadensersatz bekommt ?
Auch wenn es einige nicht hören wollen: Finger weg von billigen NoName CAN-Interface, auch wen diese deutlich billiger angeboten werden wie ein "Markenprodukt". Da auch die gerade auf den Markt kommenden "TV-Freischalter" unter diese besonders kritische Kategrorie fallen kann ich nur empfehen entweder mit der Bildabschaltung währen der Fahrt zu leben (was sowiso sicherer ist) oder dafür ein Marken-Interface einzusetzen.
Bei Speed-Pulse-Interface liegen uns hier schon selbst Fälle vor wo Billig-Interface Störungen verursacht haben obwohl die eigendlich nur "horchen" sollten. Hier waren die Auswirkungen meist aber noch recht harmlos. Einen gravierenden Fall haben wir mit einem Ebay-Interface mit dem jemand ein MFD S2 in einen Saab eingebaut hatte. Hier legte das Interface das komplette Kombiinstrument, das ABS und das ESP lahm, obwohl es Fahrzeugseitig nicht an den CAN sondern an die "normale" Signalik des Fzgs angeschlossen war. Netterweise "navigierte" das MFD S2 auch nur ab ca. 30km/h und das Symbol bewegte sich nur Rückwärts weil der "Hersteller" völlig falsche CAN-Signale programmiert hatte.
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