Hi,
hier noch ein paar Erfahrungen mit dem Marco-Polo als "Behelfs"-Navi.
Wie ich schon in meinem Thread aus dem Urlaub geschrieben habe ist das Teil sehr ungenau. In D liefert es noch ganz akzeptable Werte solange die Strassen nicht allzuviele Kurven machen, bei kurvenreichen Strassen irrt das Symbol aber auch mehr oder weniger stark um die Route herum. Abschimung des GPS-Empfangs durch hohe Häuser , Tunnels oder sogar Alleen quittiert das Teil mit Stillstand, kommen die Empfangsunterbrechungen häufig und kurz hintereinander dauert es recht lange bis die korrekte Position wieder ermittelt ist.
Im Süden Europas wirds extremer, vor allem auf den häufig vorkommenden Tunnel und Serpentinenstrecken ist kaum noch eine brauchbare Navigation drinnen. Das liegt wohl aber zum Teil an dem Kartenmaterial, Serpentinen z.B sind wher wie auf Landkarten nur stilisiert , der reale Strassenverlauf ist nicht eingezeichnet.
In Griechenland wo ich das Teil auf rund 1400km eingesetzt habe haben sich dann die Schwächen gehäuft.
-Die Geocodierung ist extrem ungenau, das Symbol läuft zu 90% ca. 100 bis 500 entfernt von der Route durch die Gegend, auf Küstenstrassen ist es keine Seltenheit, daß das Symbol im Meer "schwimmt".
-Die Karte ist nicht ausreichend realistisch, viele Strassenverläufe sind nur sehr ungenau eingetragen, Serpentinen z.B. sind weder in der richtigen Anzahl, noch im richtigen Verlauf eingezeichnet.
-in Innenstadbereichen z.B. von Patras war eine Navigation überhaupt nicht möglich, die Abweichung des Symbols war so groß, daß man nicht entscheiden konnte ob man in der korrekten Strasse ist oder nicht.
-Die üblichen Kartenfehler wie man sie auch auf Landkarten findet sind hier ebenfalls vorhanden. Strassen die es gibt fehlen, dafür sind Strassen drauf die nicht existieren. Aber sowas sind die meisten Besucher solcher Länder wohl gewohnt. Für mich war die jedenfalls keine Neuheit.
-Das Routing ist "gefährlich". In Ländern wie Griechenland sind "schlechte Feldwege" und Erspisten im Gebirge die man mit einem normalen PKW oder WOMO nicht fahren kann "offizielle Strassen". Das Routing bezieht diese Wege mit ein. Ich habe mehr wie einmal vor Felsgradpfaden, Tiefsandpisten und ähnlichem gestanden und mußte umdrehen. Es hätte mich zwar gejuckt die Enduro abzuladen und damit weiterzufahren, aber wo soll man das WOMO stehen lassen ??

, naja bei den normalen Camping-Stops habe ich dann aber noch ausreichend Gelegenheit zu Off-Road Ausflügen mit der Enduro gehabt
Übrigens hatte ich in Ancona vor Fähre Kontakt mit einem PDA-Navi User, der hat über das gut 500,-EUR teure System das er auf seinem PDA nutzt nur geschimpft. Er hat sich damit in Italien auf der Anreise zur Fähre mehrfach ganz übel verfranst. Die Dinger scheinen also auch immer bei weitem noch nicht so brauchbar zu sein wie ein Fahrzeugnavi. Mein MS5500 hat die Strecke LM => Ancona jedenfalls mit allen Ausflügen in die ich immer so mache erstklassig gemeistert, auf der kompletten Strecke hatte ich nur einen einzigen kleinen Fehler in der Kartensoftware, da bin ich mir aber nicht 100% sicher ob da nicht in letzer Zeit die Strasse verlegt wurde. Das sah alles recht neu aus. TMC funktionierte auf der Strecke bis tief nach Italien problemlos, auch in Ö wurden die Behinderungen angezeigt und Umleitungen berechnet.
Mein Fazit:
Alles in Allem ist das Marco-Polo Teil eben BILLIG und absolut nicht mit einer Fahrzeugnavigation wie vergleichbar. Als Spielerei im Urlaub um "mal zu sehen" wo man in etwa ist und sich die Reiseplanung etwas zu erleichtern ist es OK, selbst für den Gelegenheitseinsatz ist es aber nicht zu empfehlen. Nach den Erfahrungen und auch dem Bericht des PDA-Users bin ich wieder der Meihnung, daß man sich nicht zu Experimanten mit PDA`s oder Notebooknavisystemen verleiten lassen sollte. Die Teile winken am Anfang mit günstigen Einstiegspreisen, werden aber dann doch schnell zum Ärgernis. Wer regelmäßig und zielsicher navigieren will sollte doch lieber zum Festeinbau-Fahrzeugnavi greifen.