| Gast: "Enstehung einer CD"
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Hallo,
da es hier ja immer wieder Diskussionen um die Unzulänglichkeiten auf Navigations-Cds gibt habe ich mal etwas Material zusammengetragen um zu verdeutlichen wie so eine CD entsteht, wer alles seine Finger dabei im Spiel hat und wo das Basismaterial herkommt.
Das Ganze ist als PDF unter /download/cd_ta.pdf hinterlegt.
Zur Erläuterung:
Bis zur Version 2001-1 wurde der komplette Prozess, der auf den Seiten 1 und 3 als Beschaffuung von Quellmaterial, Erstdigitalisierung, Feldbegehung dargestellt ist für die Daten durchgeführt, d.h. Daten kamen erst auf die CD wenn diese zumindest in meherern Stichproben pro Gebiet geprüft vor Ort geprüft waren (sog. A-Daten) der Bestand lag damals bei ca. 60% absolut. Nachdem dann der Markt lauthals nach einer 100% Digitalisierung verlangte wurde ein Test in den Benelux-Ländern durchgeführt bei dem man die fehlenden Daten nur vom Basis-Material übernahm und keine Feldbegehung durchführte (sog. B-Daten). das allgemeine Feedback dazu war so positiv, daß man dieses Verfahren auch z.B. auf die Deutschalnd CD version 2001/2002 anwandte. D.h. es wurden ca. 40% B-Daten auf die CD gepackt um an die geforderten 100% zu kommen. Wenn man nun Blatt4 des PDF sieht wer alles berücksichtigt werden, also Gerätehersteller, Fahrzeughersteller usw. muß um die CD fertigen zu können kann sich vorstellen , daß hier ein Zeitraum von 6 Monaten bis 1 Jahr vergeht bis die fertiggestellte Datenbank zusammengepackt mit allen zusätzlichen SW-Teilen die von Geräteherstellern und KFZ-Industrie mit drauf sollen an den Endkuunden kommt. Auf der letzten Seite sieht man dann, daß sich pro Jahr 15 bis 20% der Daten ändern, also auf einer aktuellen CD schon wieder nicht mehr stimmen.
Wenn man bei dieser ganzen Sache bedenkt, daß nun schon um die 10 Jahre verstrichen sind seit man mit der Digitalisierung begonnen hat und in diesem Zeitraum gerade mal 60% A-Daten geschafft hat, von denen eigendlich so 15% pro Jahr neu vor Ort geprüft werden müßten (dazu gehört übrigens bei sehr schlechtem Basis-Material auch ein Einmessen vor Ort mit einer mobilem Meßstation) kann man sich ausrechnen, daß es ohne die Hinterlegung von B-Daten nochmal 10 Jahre dauern würde bis man eine komplette D-CD hätte. Das ganze Vorgehen ist übrigens bei Navtech ähnlich. Da jedoch TA und NT in Europa nach unterschiedlichen Standards arbeiten ist der Datenaustausch, mit dem man sicher einiges an Fehlern rausbekommen könnte, auch kaum möglich.
Die einzige Lösung für das Problem wäre ein vermehrter Einsatz von Personal und Gerät, wen man sich aber die Geschäftsberichte der Digitalisierer mal anschaut wird man feststellen, daß die nicht gerade im geld schwimmen und so ein Vorgehen wohl nur über den Kunden, sprich eine Verteuerung der CDs reinholen könnten. Sicherlich wird es mit steigender Zahl von navigationsgeräten auch einen höheren Absatz der CDs geben was dann irgendwann auch mehr Gewinn bedingt und den Einsatz von mehr Personal ermöglicht.
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